Thema des Monats August 2025
Für die Stahl- und Aluminiumindustrie sind die eingeführten 50-%-Zölle besonders gravierend. Zwar gibt es ein vereinbartes Quotensystem, das Ausnahmen ermöglichen soll, doch die Details stehen noch aus. Auch die vereinbarte Liste der Produkte, für die auf beiden Seiten ein Nullzollsatz gelten soll – etwa Flugzeuge, bestimmte Chemikalien, Generika und wichtige Rohstoffe – muss erst noch festgelegt werden. Eine Abschwächung der Zollbelastungen wäre wünschenswert, jedoch bleibt die unberechenbare Politik des US-Präsidenten ein zentrales Risiko.
Deutlich wurde auch: Die Verknüpfung wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Interessen der USA zeigt, wie verletzlich Europa geworden ist. Die Vereinbarung wirkt weniger wie ein „schmerzhafter Kompromiss“ als vielmehr wie eine „Unterwerfung“. An ein Entgegenkommen der USA ist derzeit nicht zu denken – im Gegenteil. Mit der Umsetzung einzelner Green-Deal-Regelungen, etwa der EUDR, drohen neue Konflikte.
Für die EU ist dies ein Weckruf. Europa muss geschlossen auftreten und nationale Einzelinteressen zurückstellen. Neue Handelsabkommen sind dringend erforderlich, bestehende müssen schneller ratifiziert und umgesetzt werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf das durchgeführte Fit for Trade-Webinar „Haftungsrisiken beim Versand – Zusammenspiel von Liefer- und Transportverträgen“ hinweisen. Viele praxisnahe Fragen konnten dort kompetent beantwortet werden. Wir laden Sie herzlich ein, sich auch weiterhin aktiv einzubringen, Fragen zu stellen und Ihre Erfahrungen zu teilen. Nur gemeinsam können wir den Herausforderungen globaler Märkte begegnen. Kommen Sie weiterhin gut durch den Sommer.
Mit besten Grüßen
Ihr Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V. (AHV NRW)
Axel Hebmüller Andreas Mühlberg
Vorsitzender Geschäftsführer


