Rückblick: USA aktuell – Einblick in den Markt
Am 30.10.2025 fand ein AHV Fokus zum Thema USA aktuell / Einblick in den Markt statt.
In einem Impulsvortrag ging Frau Lipke, Vice President International Business Development, JR Bechtle & Co., auf Herausforderungen in der US-Personalsuche ein. Die Anzahl von deutschen Expats in den USA ist in den zurückliegenden Monaten deutlich zurückgegangen. Der US-Arbeitsmarkt befindet sich 2025 in einer Phase der Stabilisierung nach Überhitzung: Wachstumsabschwächung, aber weiterhin eine relative niedrige Arbeitslosigkeit (~4,2 %). Unternehmen agieren zurückhaltender bei Neueinstellungen, vor allem in nicht-technischen Berufen.
Gleichzeitig herrscht anhaltender Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen wie IT, Pflege, Ingenieurwesen und Handwerk.
Der Trend zur Automatisierung, Digitalisierung und KI-Integration verändert Stellenprofile und Qualifikationsanforderungen deutlich. Die US-Bevölkerung altert langsamer als in Europa, aber Babyboomer-Rentenwellen führen zu massiven Wissens- und Erfahrungslücken. Arbeitskräftemangel betrifft vor allem Regionen mit geringer Zuwanderung und Branchen mit körperlicher Arbeit. Der Spagat zwischen Jobanforderungen und verfügbaren Qualifikationen bleibt ein Hauptproblem.
In den USA gibt es starke regionale Disparitäten: Küstenregionen und Tech-Cluster (z. B. Kalifornien, Texas, North Carolina) boomen, während der mittlere Westen Fachkräfte verliert. Lohninflation und Wohnkostensteigerungen in Wachstumsregionen erschweren die Rekrutierung.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen im Wettbewerb mit Großkonzernen, die durch höhere Gehälter und Employer Branding dominieren.
Strenge und teils unvorhersehbare Visa-Regelungen (z. B. H-1B, L-1) erschweren die Gewinnung internationaler Talente. Unternehmen müssen langfristige Visa-Strategien planen und alternative Programme wie OPT (Optional Practical Training) für Studierende nutzen.
Die politische Unsicherheit rund um Migrationsgesetze beeinflusst internationale Recruiting-Strategien erheblich.
Die Erwartungen der US-Arbeitskräfte hat sich geändert. Work-Life-Balance, Sinnhaftigkeit und Flexibilität sind zentrale Entscheidungskriterien.
Dos and Don’ts bei der Personalbeschaffung in den USA:
- Compliance prüfen: US-Arbeitsrecht, Equal Employment Opportunity (EEO) und Antidiskriminierungsrichtlinien strikt beachten.
- Employer Branding gezielt einsetzen – Werte, Diversity und Entwicklungschancen klar kommunizieren.
- Schnelle und transparente Recruiting-Prozesse aufbauen – US-Kandidaten erwarten zügige Rückmeldungen.
- Digitale Plattformen und KI-Tools (z. B. LinkedIn, Indeed, ATS-Automatisierung) aktiv nutzen.
- Lokale Recruiting-Partner oder RPO-Anbieter einbinden, um Marktbesonderheiten zu berücksichtigen.
Don’ts
- Unrealistische Gehaltsangebote: Der US-Markt ist hochpreisig und regional stark variabel.
- Unklare Rollenbeschreibungen oder zu lange Bewerbungsprozesse: führen zu Abbrüchen.
- Europäische HR-Modelle eins zu eins übertragen – kulturelle Unterschiede in Kommunikation, Feedback und Entscheidungsfindung beachten.
- Arbeitsrechtliche Vorgaben (z. B. Hintergrundprüfungen, Non-compete-Regeln) nicht vernachlässigen – sie sind bundesstaatlich unterschiedlich.
Fazit
Der US-Arbeitsmarkt 2025 bleibt komplex, dynamisch und regional differenziert. Erfolgreiche Personalbeschaffung erfordert:
- Technologische Kompetenz,
- Anpassungsfähigkeit an kulturelle Erwartungen,
- strategisches Talentmanagement sowie
- proaktive Entwicklung eigener Fachkräfte.
Die Verbindung von globaler Rekrutierung, lokaler Anpassung und starkem Employer Branding ist entscheidend, um im US-Markt langfristig erfolgreich zu sein.
Die Personalsuche bleibt für Unternehmen jeglicher Größe eine große Herausforderung. Mit JR Bechtle, welches nach dem Grundsatz „Building bridges between cultures“ am Markt agiert, kann diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden.
Erfahrungswerte anderer Teilnehmer rundeten den AHV Fokus mit Handlungsempfehlungen ab.




