Mercosur-Handel / Begrenztes Volumen, jedoch Chancen für NRW-Unternehmen

Aktualisiert: 29.01.20261,8 min. Lesezeit

Der Warenverkehr zwischen Nordrhein-Westfalen und den Mercosur-Staaten erreichte im Jahr 2024 ein Volumen von rund 4,3 Mrd. Euro. Damit entfiel weiterhin weniger als 1 % des gesamten NRW-Außenhandels auf die Staatengruppe aus Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Für viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ist der Mercosur-Raum bislang kein Kernmarkt – die aktuellen Zahlen zeigen jedoch Ansatzpunkte für weiteres Wachstum, insbesondere vor dem Hintergrund des nunmehr beschlossenen EU-Mercosur-Freihandelsabkommens.

NRW exportierte 2024 Waren im Wert von 2,44 Mrd. Euro in die Region, während sich die Importe auf 1,83 Mrd. Euro beliefen. Sollten Zölle, Marktzugangsbeschränkungen und regulatorische Hürden künftig tatsächlich abgebaut werden, könnten sich die Rahmenbedingungen für Exporteure spürbar verbessern. 

Brasilien als zentraler Zielmarkt für NRW-Exporteure
Mit einem Handelsvolumen von rund 3,6 Mrd. Euro ist Brasilien mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner Nordrhein-Westfalens innerhalb des Mercosur. Knapp 84 % des gesamten NRW-Mercosur-Handels entfielen 2024 auf das Land. Für Unternehmen bedeutet dies: Markteintritts- und Expansionsstrategien sollten sich vorrangig auf Brasilien konzentrieren, während Argentinien, Uruguay und Paraguay eher als ergänzende Zielmärkte zu betrachten sind.

Industrie- und Technologiegüter besonders gefragt
Die Exportstruktur unterstreicht die klassischen Stärken der NRW-Wirtschaft. Besonders gefragt waren Maschinen, Apparate und medizinische Geräte sowie chemische Erzeugnisse. Hinzu kamen Kunststoffe, Fahrzeuge und pharmazeutische Produkte. Gerade für mittelständische Industrieunternehmen, Anlagenbauer und spezialisierte Zulieferer bietet der Mercosur-Raum Potenzial für Projekt-, Ersatzteil- und Servicegeschäft.

Rohstoffe und Agrarprodukte bleiben wichtige Importfaktoren
Auf der Importseite dominieren Erze und mineralische Brennstoffe, ergänzt durch Agrar- und Nahrungsmittel. Für Unternehmen aus Industrie, Energie und Verarbeitung bleibt der Mercosur damit ein relevanterBeschaffungsmarkt. Gleichzeitig gewinnen Fragen der Lieferkettenstabilität, Nachhaltigkeit und Zollabwicklung zunehmend an Bedeutung.

Handlungsperspektive für Unternehmen aus AHV NRW Sicht:
Das derzeit noch überschaubare Handelsvolumen zeigt: Der Mercosur ist für NRW-Unternehmen kein Massenmarkt, bietet aber interessante Nischen und Wachstumsperspektiven. Das geplante EU-Mercosur-Abkommen könnte den Marktzugang erleichtern – ersetzt jedoch keine sorgfältige Marktvorbereitung.

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen,

–  welche Zollvorteile realistisch zu erwarten sind,
–  welche regulatorischen Anforderungen bestehen bleiben und
–  welche Länder und Branchen das größte Geschäftspotenzial bieten.

 

Quelle:
Pressemitteilung vom 09.01.2026
Information und Technik Nordrhein-Westfalen

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