ESG und CSRD – Chancen und Risiken aus Sicht eines Kreditversicherers

Aktualisiert: 05.12.20251,8 min. Lesezeit

Am AHV Fokus vom 02.12.2025 stand die Frage im Zentrum, wie Unternehmen die neuen ESG- und CSRD-Vorgaben als Chance nutzen können – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Anforderungen.

Die Veranstaltung zeigte klar: Nachhaltigkeit ist längst zu einem strategischen Erfolgsfaktor geworden, der Wachstum, Rendite und Risikomanagement direkt beeinflusst.

Regulatorischer Status Quo: Omnibus & VSME-Standard
Die aktuellen gesetzlichen Berichtspflichten (Stand: 01.12.2025) – insbesondere die Omnibus-Richtlinie und der VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) für kleinere und mittlere Unternehmen – schaffen einen Rahmen, der Orientierung gibt, jedoch auch neue Spielräume eröffnet.

Ein pragmatischer Ansatz wurde betont:
Unternehmen sollten individuell wesentliche ESG-Themen identifizieren, strukturiert erfassen und in einer für sie angemessenen Tiefe berichten. Gerade der VSME-Standard unterstützt eine praktikable Umsetzung ohne übermäßige Bürokratie.

 

Drei Quellen des Drucks zur Nachhaltigkeit
Der Anreiz, ESG professionell anzugehen, kommt heute aus mehreren Richtungen:

  1. EU-Berichterstattungspflichten (CSRD und weitere)
  2. Banken und Finanzinstitute mit steigenden ESG-Anforderungen in Kreditprozessen
  3. Lieferketten, die Transparenz und Nachweise verlangen

Damit wird klar: ESG ist kein Trend, sondern eine Erwartung der wichtigsten Geschäfts- und Finanzierungspartner.

Nachhaltigkeit als Bestandteil des Geschäftsmodells
Unternehmen profitieren vielfach davon, Nachhaltigkeit strategisch zu integrieren – sei es durch Wachstumsimpulse, verbesserte Renditen oder reduzierte Risiken. Die Fähigkeit,physische und transitorische Risiken (z. B. Regulierungsänderungen, CO₂-Preise) zu managen, wird zunehmend zu einem Differenzierungsmerkmal am Markt.

ESG aus Sicht eines Kreditversicherers
Atradius zeigte auf, wie ESG in die dreistufige Risikoprüfung eingebunden wird. Neben finanziellen Kennzahlen und Marktumfeld spielen heute auch:

  • unternehmensspezifische ESG-Kriterien,
  • Branchen- und Länderrisiken sowie
  • Transparenz und Qualität der Berichterstattung

eine zentrale Rolle bei der Bewertung von Bonität und Versicherungslimiten. Unternehmen mit klar strukturierten ESG-Prozessen und nachvollziehbarer Dokumentation profitieren von einer höheren Planungssicherheit und besseren Finanzierungskonditionen.

Handlungsempfehlungen

  • Wesentliche ESG-Themen definieren und priorisieren
  • Frühzeitig Strukturen für den VSME-/CSRD-konformen Bericht etablieren
  • Omnibus-Richtlinien als Chance nutzen, um Nachhaltigkeit strategisch zu verankern
  • Transparenz gegenüber Banken, Versicherern und Geschäftspartnern aktiv verbessern
  • ESG systematisch in die Unternehmensstrategie integrieren

Zum Abschluss wurde empfohlen, digitale Tools wie Starboard ESG von ESG.DNA zu testen – ein Hilfsmittel, das Unternehmen bei der effizienten Erfassung, Bewertung und Kommunikation ihrer ESG-Leistungen unterstützt.

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