Rückblick / AHV Fokus: Bonitätsprüfung und Inkasso in Europa
Wer im Außenhandel tätig ist, der weiß, wie risikobehaftet dieser sein kann. Wenn der Exporteur seine vertraglichen Pflichten erfüllt hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Kunde seiner Zahlungsverpflichtung nachkommt. Das damit verbundene Forderungsausfallrisiko zählt zu den größten Risiken im Auslandsgeschäft und kann schnell die eigene Liquidität gefährden. Gleiches gilt auf der Beschaffungsseite, wenn beispielsweise geleistete Anzahlungen an ausländische Lieferanten getätigt wurden, der Lieferant jedoch plötzlich in die Insolvenz geht oder seinen vertraglichen Pflichten nicht mehr gerecht wird. Mit dem „Know your Customer and Supplier Prinzip“ können Risiken frühzeitig identifiziert werden, bevor sie entstehen.
In dem AHV Fokus zum Thema Bonitätsprüfung und Inkasso in Europa haben Referenten der Coface, Niederlassung in Deutschland, zunächst einen Überblick über die Entwicklung bei den Unternehmensinsolvenzen in ausgewählten EU-Ländern gegeben. Anschließend wurde auf den Lebenszyklus einer Forderung eingegangen und den Aspekten eines Risikomanagements gegenübergestellt. Anschließend wurden wesentliche Aspekte der Bonitätsprüfung aus Sicht der Coface vorgestellt. Zu mehr als weltweit 188 Mio. Unternehmen aus einer Vielzahl von Datenquellen liegen der Coface Informationen zur Risikoeinstufung vor. Aus dem Datenpool werden Indizes hergeleitet, die das Gesamtausfallrisiko widerspiegelt. Im abschließenden Vortragsteil ging es dann um Möglichkeiten des vorgerichtlichen und gerichtlichen Forderungseinzuges. Allgemeine Erfahrungswerte zeigen, dass eine ausländische Geschäftsbeziehung zwangsläufig nicht abbricht, wenn im Einzelfall ein Inkassodienstleister eingeschaltet wird. Besonderheiten und Erfahrungen beim Inkasso am Beispiel von Polen und Großbritannien rundeten den Impulsvortrag ab.
Der Teilnehmerkreis erhielt somit hilfreiche Handlungsempfehlungen, an welchen Stellschrauben sie ihr Risikomanagement verbessern können.




