Die künftige Absicherung von Warenlieferungen im Zusammenhang mit dem geltenden Schutzschirm bei der Warenkreditversicherung stand im Mittelpunkt eines hochrangigen Gesprächs des BGA und von Mitgliedsverbänden aus verschieden Groß- und Außenhandelsbranchen unter Leitung von Dr. Dirk Jandura, Mitglied des BGA-Präsidiums, am 14.10.2020 mit Mitgliedern des Management Committees des Warenkreditversicherers Euler Hermes Deutschland.

Anlass für das auf Initiative des BGA kurzfristig zustande gekommenen Gesprächs war die zunehmende Verunsicherung vieler Unternehmen im Groß- und Außenhandel mit Blick auf das Auslaufen des Schutzschirmes zum 31.12.2020.

Beide Seiten unterstrichen das Interesse an guten wechselseitigen Kontakten. Auch äußerten BGA und Euler Hermes großes Interesse am Schutzschirm und dessen Verlängerung als Hilfe für die deutsche Wirtschaft. Im Gespräch wurde das aktuelle wirtschaftliche Umfeld, die ökonomischen Anforderungen für Warenversicherer und Möglichkeiten der Unternehmen, eine faire und attraktive Warenkreditversicherung zu sichern, erörtert.

Der BGA verdeutlichte angesichts der Bedeutung des Großhandels als Drehscheibe der Wirtschaft die Relevanz der Warenkreditversicherung für störungsfreie Lieferketten.

Die aktuelle ökonomische Entwicklung, aber auch strukturelle wirtschaftliche und sektorale Entwicklungen werden nicht ohne Einfluss auf die Warenkreditversicherung bleiben, unabhängig davon, ob der Schutzschirm Ende des Jahres oder zu einem späteren Zeitpunkt ausläuft, so die Einschätzung von Euler Hermes.

Unternehmen sollten sich daher auch aus Sicht des BGA frühzeitig darauf einstellen, wie sie ihre Lieferströme steuern, wenn der Schutzschirm nicht mehr weiter verlängert wird. Aus Sicht des BGA wurde plädiert, dass es für das Auslaufen des Schutzschirmes noch zu früh sein, da sich die Wirtschaft noch nicht in einer Aufschwungsphase befindet. Deshalb appellierte Dr. Jandura das Gespräch zusammenfassend an die Verhandlungspartner von BMWi und Versicherungswirtschaft, in den Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Warenkreditversichern eine nochmalige Verlängerung zu vereinbaren.

Für den BGA war auch die Erwartung wichtig, Empfehlungen zu erhalten, was Unternehmen angesichts der bestehenden Verunsicherung über die weitere Absicherung tun können, um Limitkürzungen und Konditionenänderungen abwenden zu können.

Aus Sicht des BGA, gestützt durch Erfahrungen von Unternehmen, kommt dazu einer Stärkung der Finanzkommunikation der Unternehmen eine hohe Bedeutung bei. Auf Grund der veränderten ökonomischen Ausgangslage im Jahr 2020 haben Jahresabschlüsse für das wirtschaftlich insgesamt gute Jahr 2019 nur begrenzte Aussagekraft in der aktuellen Corona-Krise. Aus Sicht von Euler Hermes und BGA sind Informationen über die Entwicklung der Umsätze und des Auftragsbestandes bis zum aktuellen Zeitpunkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hilfreiche Kennziffern. Auch sollten Unternehmen ihr Rating im Blick halten und im Falle eines Downgrades den Kontakt zu Euler Hermes suchen. BGA und Euler Hermes stimmten überein, dass die Information über aktuelle Finanzdaten der Unternehmensentwicklung wichtige Grundlagen für die Verhandlungen von Unternehmen mit Kreditversicherern sind, insbesondere wenn die Limits nicht ausreichen und ein höheres Volumen benötigt wird.

Ansprechpartner Michael Alber,  Telefon +49 (0)30 59 00 99 571, E-Mail michael.alber@bga.de