Thema des Monats April 2026

Aktualisiert: 02.04.20261,7 min. Lesezeit
Liebe Mitglieder, sehr geehrte Leserinnen und Leser,
 

mit dem Krieg im Nahen und Mittleren Osten reiht sich ein weiterer geopolitischer Konflikt in das Krisenmanagement unseres Berufsstandes ein. Die Straße von Hormus ist de facto blockiert und stellt Lieferketten erneut auf den Kopf. Der damit verbundene Anpassungsdruck fordert viel von uns ab. Eine Entwicklung, die sich auch in unserer Fit for Trade Veranstaltungsreihe widerspiegelt.

 Der Industrie- und Handelsstandort Deutschland verliert weiterhin an Wettbewerbsfähigkeit. Fehlende verlässliche Rahmenbedingungen, explodierende Energiepreise, steigende Sozialabgaben und eine ausufernde Bürokratie setzen uns Außenhändler massiv unter Druck. Schon vor Kriegsbeginn mit dem Iran gab es keine nachhaltige wirtschaftliche Dynamik. Reformvorschläge liegen längst auf dem Tisch, nur werden diese sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene nicht schnell genug umgesetzt. Spürbare Entlastungen kommen bei uns Außenhändlern nicht an. Unsere diesjährige Mitgliederversammlung am 18.05.2026 einschließlich Gastvortrag und Diskussionsrunde widmen wir dem Thema Quo vadis Deutschland?. Als Gast erwarten wir Herrn Christian Otto, Präsident der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen der Deutschen Bundesbank. Freuen Sie sich mit uns auf eine aufschlussreiche Netzwerkveranstaltung. Anmeldungen sind schon heute möglich. Zur Mitgliederversammlung wird gesondert eingeladen.  

 Der Handelsausschuss (INTA) des Europäischen Parlaments hat im ersten Quartal 2026 entscheidende Weichenstellungen in der EU-Handelspolitik vorgenommen, die stark von den Beziehungen zu den USA und dem Mercosur-Abkommen (tritt zum 01.05.2026 vorläufig in Kraft) abhängig sind. In das EU-Handelsabkommen mit den USA kommt ebenfalls Bewegung. So wurde eine sogenannte Sunrise-Klausel mit aufgenommen. Das Abkommen tritt nur dann in Kraft, wenn die US-Seite ihre Zusagen nicht nur ankündigt, sondern messbar einlöst – etwa durch konkrete Fortschritte beim Abbau der Extrazölle auf Stahl- und Aluminiumderivate. Das ist kein Formalismus, sondern ein entscheidender Prüfstein für Verlässlichkeit. Europa stärkt dadurch seine eigene Durchsetzungsfähigkeit. Angesichts der erratischen Handelspolitik aus Washington ist das kein Detail, sondern ein zentraler Mosaikstein für eine handlungsfähige europäische Außenwirtschaftspolitik.

 Mit dem ahv inside April wünschen wir Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.

Axel Hebmüller, Vorsitzender Andreas Mühlberg, Geschäftsführer

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