Rückblick AHV Fokus / Wie KI die Exportkontrolle verändert
Am 14.04.2026 führte der AHV NRW mit mehr als 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen den einen AHV FOKUS zum Thema „Exportkontrolle mit KI-Unterstützung“ durch. Angesichts wachsender Anforderungen in internationalen Lieferketten wurde deutlich, wie stark die Bedeutung der Exportkontrolle in den letzten Jahren zugenommen hat – insbesondere im Umgang mit Dual-Use-Gütern und Sanktionslisten.
Im ersten Vortragsteil wurden von Herrn Bernhard Morawetz, MAB Außenhandels-Beratung, die rechtlichen Grundlagen der Exportkontrolle praxisnah erläutert. Im Mittelpunkt stand dabei der betriebliche Umgang mit Dual-Use-Gütern. Als zentrale Leitlinie dienen die vier W-Fragen: Was wird geliefert? Wohin wird geliefert? An wen wird geliefert? Und welchem Zweck dient die Lieferung?
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Struktur und Systematik der Güterlisten. Dabei wurde insbesondere die Abgrenzung zwischen national gelisteten Rüstungsgütern und den Gütern der EU-Dual-Use-Liste herausgearbeitet. Auch der Aufbau der EU-Dual-Use-Liste wurde detailliert vorgestellt. Ergänzend wurden konkrete Prüfprozesse und Vorgehensweisen für eine strukturierte Exportkontrolle im Unternehmen aufgezeigt.
Im zweiten Teil stellte Frau Leonie Althaus, Geschäftsführerin der traide AI GmbH, moderne, softwaregestützte KI-Lösungen vor, die Unternehmen bei der Klassifizierung von Gütern unterstützen können. Die KI fungiert dabei als unterstützender „Mitarbeiter“, der auf Basis hochwertiger Daten prüft, ob ein Produkt von der Ausfuhrliste erfasst ist. Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem sind ebenso gegeben wie eine API und SAP-Anbindung. Die mit traide generierte Datenspeicherung erfolgt auf Servern in Deutschland. Die Traide AI ist zudem nach ISO 27001 zertifiziert.
Anhand von Praxisbeispielen – z.B. Hochladen von Datenblättern technischer Produkte – wurde deutlich, dass der Einsatz von KI zu spürbaren Effizienzgewinnen in Exportkontrollprozessen führen kann. Gleichzeitig wurde betont, dass die Verantwortung weiterhin beim Ausführer verbleibt: Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Ausfuhrgenehmigung erfolgt eigenverantwortlich – mit Hilfe und Nutzung von KI.
Ein besonderer Dank gilt den beiden Referenten Frau Leonie Althaus und Herrn Bernhard Morawetz für ihre fundierten und praxisnahen Einblicke. Eine Vertiefung des Themas bietet das „Fit for Trade“-Seminar am 08.09.2026 zum Thema „Exportkontrolle in der Auftragsbearbeitung“ bei Sonepar. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Internetseite.




