Am 14.09.2023 fand ein weiterer AHV Fokus statt, diesmal zum Thema: Nachhaltigkeitsregulatorik – Herausforderungen aus der Praxis mittelbar betroffener Unternehmen.

Auf europäischer Ebene gibt es nicht zuletzt auf Basis des im Jahr 2019 beschlossenen EU Green Deals steigende regulatorische Anforderungen im Nachhaltigkeitsbereich. Die Referenten, Frau Verena Balke, und Herr Nikolaus Krenzel, beide Ebner Stolz, gab einen Überblick über die regulatorischen Entwicklungen, mit denen sich am Außenhandel beteiligte Unternehmen zunehmend auseinandersetzen müssen. Der Fokus lag dabei auf der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), auf dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM).

Der europäische Gesetzgeber stellt hinsichtlich der Umsetzung in den Unternehmen hohe Anforderungen. Der Trend geht eindeutig dahin, dass die Unternehmen einen Transitionsplan entwickeln müssen, der sie auf dem Weg hin zu einer Klimaneutralität begleitet.  

Der Anstieg der berichtspflichtigen Unternehmen alleine in Deutschland wird in den kommenden Jahren stetig zunehmen. Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zeigen auf, wie komplex Daten und Informationen zusammengetragen werden müssen. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Etablierung von Prozessen zur Datenerhebung und Berichterstattung zwingen erforderlich.

Mit der EU-Taxonomie wurde ein Klassifizierungssystem geschaffen, das Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten festlegt. Festzustellen ist, dass z.B. verstärkt Kunden bei ihren Lieferanten anfragen, ob die Produkte „taxonomiekonform“ sind. Der produktbezogene CO2-Fußabdruck spielt dabei eine wesentliche Rolle. Eine Taxonomie-Konformität schafft Wettbewerbsvorteile. Im Vergleich zur CSRD darf die EU-Taxonomie nicht unterschätzt werden.

Beim Thema CBAM wurde die Einführungsphase und die damit verbundene Berichtspflicht erläutert. Auch wenn viele Detailfragen noch offen sind, sind die Unternehmen gut beraten, die erforderlichen Daten bei ihren drittländischen Lieferanten abzufragen. Die damit verbundenen innerbetrieblichen Abläufe müssen sich noch einspielen.

Die Teilnehmer erhielten hilfreiche Handlungsempfehlungen, welche organisatorische Maßnahmen Außenhändler jetzt ergreifen sollten, um rechtssicher mit den vielen Vorschriften der Nachhaltigkeitsregulatorik umgehen zu können. Hierzu zählt neben einer Betroffenheitsanalyse die Überprüfung bestehender Bezugsquellen und die Festlegung der Zuständigkeit im Unternehmen.