Die EU nimmt eine inflationsbedingte Bereinigung der Größenkriterien im Rahmen der Rechnungslegungsrichtlinie vor. Es ist die erste Anpassung seit 2013.

Die Europäische Kommission hat am 17.10.2023 den delegierten Rechtsakt zur Anpassung der Größenkriterien für Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) angenommen.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Änderungen in nationales Recht umsetzen. Dabei steht ihnen bei den Schwellenwerten für kleine Unternehmen ein Umsetzungsspielraum zu.

Zudem besteht die Option, die neuen Schwellenwerte bereits auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01.01.2023 beginnen. Auch die dem Europäischen Wirtschaftsraum angehörenden Länder (Island, Liechtenstein und Norwegen) müssen grundsätzlich eine Anpassung ihrer nationalen Kriterien zur Bestimmung der Unternehmensgröße in Betracht ziehen.

Mit dieser Änderung soll den Auswirkungen der Inflation Rechnung getragen werden. Damit werden Kleinstunternehmen sowie KMU nicht den zahlreichen EU-Bestimmungen über die Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung unterliegen, die für größere Unternehmen gelten.

Der delegierte Rechtsakt kann auf der Webseite der Europäischen Kommission eingesehen werden.

Quelle:
GTAI Meldung vom 20.10.2023
Kontakt: Nadine Bauer, Rechtsexpertin, Tel.: +49 228 24 993 364
https://www.gtai.de/de/trade/eu/recht/neue-europaeische-schwellenwerte-fuer-kmu-1045450