Die deutsche Exportwirtschaft boomt. Nach vorläufigen Zahlen erreichte der Außenhandel 2017 mit 1,3 Billionen Euro ein Rekordergebnis.

Wie wird sich vor diesem Hintergrund die Nachfrage nach den Exportkreditgarantien entwickeln ?

Edna Schöne, verantwortliches Vorstandsmitglied für das Bundesgeschäft bei Euler Hermes: „Die Nachfrage nach Exportkreditgarantien hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die reine Exportstatistik allein ist nicht entscheidend, denn ca. zwei Drittel des deutschen Exports geht nach Europa, also kein primärer Absicherungsmarkt für die Exportkreditgarantien.

Auch die Liquidität im Markt spielt eine Rolle für die Frage, ob Exportkredite gebraucht werden. Verschiedene Indikatoren weisen auf weiterhin hohe Liquidität im Markt hin, was die Nachfrage nach Exportkreditgarantien etwas dämpfen könnte.

Wir starten allerdings in das Jahr mit einer höheren Pipeline an beantragten und grundsätzlich zugesagten Exportgeschäften als im Vorjahr. Insbesondere der Bestand an Grundsatzzusagen ist in den letzten Quartalen gestiegen.

Das spricht für eine sehr stabile Nachfrage nach Hermesdeckungen im laufenden Jahr. Allerdings handelt es sich dabei um einige größere Projekte und Geschäfte mit sehr langen Vorlaufzeiten, sodass nicht sicher prognostizierbar ist, ob sie sich 2018 realisieren.

Auch ist der internationale Wettbewerb gerade um großvolumige Projekte sehr hoch. Dies macht eine präzise Prognose des zu erwartenden Geschäftsvolumens sehr schwierig.

Was wir aber aus heutiger Perspektive sagen können ist, dass wir für Exporte in die Golfstaaten gutes Potenzial sehen und mit einem steigenden Neugeschäft rechnen. Die Eröffnung unseres Hermesdesk in Dubai hat sich als goldrichtig erwiesen.“

Doch nicht nur in der Golfregion, auch für Geschäfte nach Russland, Brasilien, in die Türkei wie auch für die Region Subsahara-Afrika erwartet Schöne eine steigende Nachfrage nach staatlicher Absicherung und ECA-Finanzierungen

 

Quelle:

AGA Report Nr. 287 (Februar 2018)

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