Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft appellieren in einem gemeinsamen Schreiben an für die Unternehmensfinanzierung entscheidende Repräsentanten auf europäischer und deutscher Ebene, die künftige Stabilität und Finanzierungssicherheit der Realwirtschaft zu gewährleisten.

Gerichtet war das Schreiben vom November 2016 an EZB-Präsident Mario Draghi, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und den Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Felix Hufeld.

Anlass für diese Initiative sind die Verhandlungen zur weiteren Ausgestaltung und Präzisierung der Bankenregulierung – genannt Basel IV. Diese sehen weitere Verschärfungen der Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen vor.

BDI, BDA, BGA, DIHK und ZDH als Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft hoben in ihrem Schreiben hervor, dass darauf geachtet werden müsse, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen in Deutschland durch Basel IV nicht unverhältnismäßig erschwert werde. Die Verbände monieren, dass sich die Kreditvergabepraxis in Europa und den USA stark unterscheide, jedoch die anstehenden Regelungen gerade den europäischen Bedingungen nicht entsprächen.

Weiterhin machte sich die Wirtschaft dafür stark, die in Deutschland bewährte Kultur der Langfristfinanzierung zu bewahren, da sie in Deutschland gängige Praxis ist.

Wegen der verhaltenen Investitionen der Wirtschaft sei es zudem ratsam, dass die Finanzbranche eine angemessene Versorgung mit Krediten, sowie ein breites, innovatives Spektrum an Finanzdienstleistungen bereitstellen könne.

Die Verschärfungen könnten jedoch diese elementaren Bedürfnissen erschweren, so die Spitzenverbände.

Quelle:

BGA-Meldung vom 21.12.16

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