Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), die u.a. für die Umsetzung der sog. REACH-Verordnung (EG) 1907/2006 zuständig ist, erstellt eine sog. Kandidatenliste von bedenklichen (z.B. krebserregenden oder schwer abbaubaren) Stoffen.

Diese Stoffe der Kandidatenliste können in die Anhänge der REACH-Verordnung aufgenommen werden. Das bedeutet, dass ihre Aufnahme schlussendlich zu Verboten, Zulassungserfordernissen oder Mengenbeschränkungen in Erzeugnissen führen kann.

Bereits die Aufnahme in die Kandidatenliste hat unmittelbare Pflichten zur Folge:

Der Importeur eines Erzeugnisses (z.B. eines Verbraucherproduktes), das einen in die Kandidatenliste aufgenommenen Stoff in einer Konzentration von > 0,1 % (Massenprozent) enthält, muss seine Abnehmer in der Lieferkette informieren und den Stoff binnen 6 Monaten ab Aufnahme in der Liste bei der ECHA notifizieren, die dann über eine Registrierungspflicht entscheidet.

Importeure sollten daher ihre Lieferanten über den Stand der Kandidatenliste auf dem Laufenden halten und sicherstellen, dass die gelieferten Erzeugnisse keine Stoffe der Kandidatenliste enthalten bzw. die genannte Konzentrationsgrenze unterschreiten.

Nachdem mit Stand vom 15.01.18 weitere sieben Stoffe (u.a. Bisphenol A, Chrysene, PBT, diverse Cadmiumverbindungen etc.) in die Kandidatenliste aufgenommen worden sind, umfasst diese aktuell 181 Substanzen.

Auf der ECHA-Internetseite ist die Liste einsehbar. Dort sind weitere wichtige Informationen abrufbar.

 

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