Die Bundesregierung hat zusammen mit Atradius und weiteren deutschen Kreditversicherern das Auslaufen des Schutzschirms des Bundes für die Lieferketten der deutschen Wirtschaft zum 30. Juni 2021 vereinbart. Damit trägt Atradius ab dem 1. Juli 2021 die Risiken seines Versicherungsgeschäfts für Forderungsfälle wieder vollständig selbst. In der Risikozeichnung wird der internationale Kreditversicherer weiterhin das Forderungsausfallrisiko der Abnehmer individuell zeichnen und nicht allein aufgrund ihrer Branchenzugehörigkeit entscheiden. Maßgeblich für die Risikozeichnung von Atradius sind aktuelle Finanzkennzahlen des Abnehmers sowie die langfristige Zukunftsfähigkeit seines Geschäftsmodells.

„Die Vereinbarung zwischen uns, den anderen deutschen Kreditversicherern und dem Bund war ein wichtiger Baustein im gesamten Wirtschaftshilfepaket der Regierung zu Beginn der Pandemie und hat maßgeblich dazu beigetragen, Lieferketten aufrechtzuerhalten.  Nach mehr als einem Jahr Corona-Krise sehen wir, dass sich die Wirtschaft stabilisiert und wieder erholt“, sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius und Sprecher der Kommission Kredit im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Atradius erhöhte im Krisenjahr Deckungsschutz und Engagement für deutsche Wirtschaft

Atradius hat 2020 Lieferungen und Dienstleistungen an Abnehmer in Deutschland im Gesamtwert von mehr als 93,5 Milliarden Euro versichert und damit seine Deckungszusagen für Geschäfte hierzulande noch einmal um rund 500 Millionen Euro gegenüber 2019 erhöht.

„Für uns war dieser Schutzschirm mit einem deutlich erhöhten Aufwand verbunden. Wir haben Prozesse angepasst, Abteilungen verstärkt, Arbeitsgruppen gebildet und eine Vielzahl an Reportings erstellt, um den Anforderungen der Bundesregierung und dem Service-Versprechen gegenüber unseren Kunden gerecht zu werden. Dieses zusätzliche Engagement hat für Lieferanten und Dienstleister einen echten Mehrwert geschaffen. Das belegt die gestiegene Nachfrage nach unseren Kreditversicherungslösungen“, sagt Dr. Thomas Langen. „Wir bei Atradius werden auch nach der Bundesrückdeckung als privatwirtschaftlicher Kreditversicherer unsere Schutzfunktion für unsere Kunden wahrnehmen und sie mit bestmöglichem Deckungsschutz und unverändert hohem Einsatz unterstützen. Neben unserem individuellen Underwriting-Ansatz bildet unsere finanzielle Stärke die Basis hierfür.“

Erst im Februar 2021 hat die Agentur Moody‘s das Rating von Atradius (A2, Ausblick stabil) erneut bestätigt. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine sehr gute Eigenmittelausstattung und setzt auf die Unterstützung eines breiten Netzwerks an Rückversicherungspartnern.

Weiterhin Unsicherheiten aufgrund von Lockdown-Maßnahmen

Aufgrund der anhaltenden Lockdown-Maßnahmen bestehen weiterhin Unsicherheiten für Unternehmen im Firmengeschäft. Vor dem Hintergrund der weiterlaufenden wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen des Bundes, darunter die Lockerung der Insolvenzantragspflicht, geht Atradius aktuell davon aus, dass sich diese Risiken in 2021 nur moderat erhöhen werden. Die Zahl der Firmenpleiten dürfte dann über einen längeren Zeitraum wieder zunehmen. „Bei Atradius haben wir mehr als 90 Jahre Erfahrung darin, drohende Insolvenzen und andere Gefahren für einen Zahlungsausfall frühzeitig zu erkennen. Wir verstehen es als unsere Kernaufgabe, unsere Kunden frühzeitig auf solche Risiken hinzuweisen, sodass ein Schaden gar nicht erst eintritt. Dieser Aspekt der Atradius-Kreditversicherung gewinnt in der jetzigen Phase der Corona-Krise weiter an Bedeutung. Kommt es doch zu einem Ausfall, ersetzen wir schnell und unkompliziert die Forderung und sichern so die Liquidität unserer Kunden. So sind wir weiterhin ein verlässlicher Partner der Wirtschaft“, sagt Dr. Thomas Langen abschließend.