EU und Australien schließen Freihandelsabkommen

Aktualisiert: 02.04.20262,8 min. Lesezeit

Die EU und Australien haben ihre Verhandlungen über ein ehrgeiziges Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen. Zudem gaben sie die Gründung eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft bekannt. Beide Seiten vereinbarten außerdem, förmliche Verhandlungen über die Assoziierung Australiens mit „Horizon Europe“, dem weltweit größten Programm für Forschung und Innovation, aufzunehmen. 

Ein ausgewogenes und ehrgeiziges Freihandelsabkommen

Mit dem Abschluss der Verhandlungen über ein ehrgeiziges und ausgewogenes Freihandelsabkommen (FTA) öffnet die EU den Markt für eine der am schnellsten wachsenden Industrienationen der Welt und eröffnet damit europäischen Unternehmen, Verbrauchern und Landwirten erhebliche wirtschaftliche Chancen.

Es wird erwartet, dass die EU-Exporte in den nächsten zehn Jahren um bis zu 33 % wachsen werden, wobei der Ausfuhrwert jährlich bis zu 17,7 Mrd. Euro erreichen könnte. Zu den Schlüsselbranchen mit starkem Wachstumspotenzial zählen Milchprodukte (voraussichtlich um bis zu 48 %), Kraftfahrzeuge (52 %) und Chemikalien (20 %). Die Investitionen der EU in Australien könnten um über 87 % steigen.

Mit diesem Abkommen stärkt die EU zudem ihre strategischen Interessen im Bereich der kritischen Rohstoffe und macht die Lieferketten der EU widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Schocks. Das Freihandelsabkommen enthält zudem starke Nachhaltigkeitsverpflichtungen, die zu einem umweltfreundlicheren und faireren Handel beitragen und sicherstellen, dass die Einfuhren in die EU stärker an den EU-eigenen Produktionsstandards in den Bereichen Klima, Umwelt und Tierschutz ausgerichtet sind.

Nach den kürzlich abgeschlossenen Abkommen mit Indonesien und Indien diversifiziert dieses Abkommen das Netzwerk der EU-Handelspartner in der strategisch wichtigen indopazifischen Region weiter und stärkt Europas Position auf der globalen Bühne.  

Partnerschaft für Sicherheit und Verteidigung

Die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft (SDP) wird einen robusten institutionellen Rahmen schaffen:

  • Sicherheits- und Verteidigungsdialoge werden eine engere Abstimmung über strategische Prioritäten ermöglichen und gemeinsame Werte und Interessen in praktische Zusammenarbeit umsetzen;
  • Stärkung der Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung sowie bei Missionen und Operationen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, einschließlich Übungen, Ausbildung und Schulung;
  • Verbesserung der Zusammenarbeit in den Bereichen maritime Sicherheit, Cybersicherheit, Bekämpfung hybrider Bedrohungen sowie ausländischer Informationsmanipulation und Einmischung;
  • Förderung einer engen Koordinierung bei neuen und disruptiven Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz, sowie in den Bereichen Weltraumsicherheit, Nichtverbreitung und Abrüstung;
  • Intensivierung des Austauschs über Lageerfassung in verschiedenen Regionen;
  • Unterstützung des Kapazitätsaufbaus bei Partnern, auch im indopazifischen Raum, und Stärkung der Koordinierung in multilateralen und regionalen Foren; und
  • Vertiefung der Zusammenarbeit als Reaktion auf sich wandelnde sicherheitspolitische Herausforderungen durch einen flexiblen und zukunftsorientierten Ansatz.

 

Hintergrund

Der endgültige Text des Freihandelsabkommens wurde bei einem Treffen von Kommissionspräsidentin von der Leyen und dem australischen Premierminister Anthony Albanese in Canberra vereinbart. Die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft (SDP) wurde am 18.03.2026 virtuell von der Hohen Vertreterin der EU, Kaja Kallas, sowie dem australischen Vizepremierminister und Verteidigungsminister Richard Donald Marles und der Außenministerin Penny Wong unterzeichnet.

Was sind die nächsten Schritte?

Die ausgehandelten Entwürfe werden demnächst veröffentlicht. Sie werden die erforderlichen internen Verfahren durchlaufen und danach dem Rat vorgelegt. Nach derAnnahme durch den Rat unterzeichnen die EU und Australien das Abkommen. Anschließend wird es an das Europäische Parlament zur Zustimmung übermittelt. Nach der Annahme durch das Parlament und sobald der Rat das Abkommen beschließt und Australien es ebenfalls ratifiziert hat, kann es in Kraft treten.

Quelle:

Pressemitteilung vom 24.03.2026 / EU-Kommission – Vertretung in Deutschland

Fragen und Antworten

Factsheet – Wichtigste Vorteile

Factsheet – Handel und nachhaltige Entwicklung

Factsheet – Kritische Rohstoffe

Factsheet – Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

Vermerk

Handelsbeziehungen EU-Australien

 

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