Der erste Monat in diesem jungen Jahr liegt nun hinter uns. Bereits zum Jahreswechsel zeichnete sich ab, dass wir die Corona-Pandemie noch nicht überwunden haben. Zwar hat sich die wirtschaftliche Entwicklung im Außenhandel gegenüber dem ersten Lockdown ein wenig entkoppelt, jedoch gibt es auch Licht am Ende des Tunnels. Welche Themen haben uns Außenhändler in den ersten Wochen in der Geschäftsstelle, bzw. im Homeoffice, denn besonders beschäftigt?



Brandaktuell sind natürlich die jüngsten Corona-Bestimmungen, eingebettet u.a. in eine Einreiseverordnung, die uns Außenhändler besonders Kopfzerbrechen bereitet. Was geht und was geht nicht für wen? Kunden- und weitere Geschäftstermine im internationalen Umfeld sind weiterhin von Angesicht zu Angesicht aufgrund sich ständig ändernde Einreisebestimmungen unkalkulierbar. Über unseren Bundeverband setzen wir uns weiterhin für eine praxisgerechte Umsetzung sowie Ausnahmeregelungen für das Transportpersonal gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein, um so die Stabilität der Lieferketten zu garantieren.



Unabhängig davon haben einige Mitgliedsunternehmen – im Nachgang zum virtuellen Austausch zum Thema Kapazitätsengpässe in der Seefracht – ihre Unzufriedenheit mit den horrenden Frachtraten kundgetan, und das zu Recht. Das Ungleichgewicht bei der Containerverfügbarkeit ist eine Herausforderung. Es bleibt abzuwarten, inwieweit das anstehende chinesische Neujahrsfest, bei dem Fabriken für einige Wochen ruhen, zur Entspannung beitragen können. Aus dem Mitgliederkreis war zudem zu erfahren, dass Innzwischen Container per Luftfracht innerhalb der Provinzen in der VR China transportiert werden.



Besondere Aufmerksamkeit erhielt der AHV NRW Report Exportkontrolle Nr. 01/2021, der u.a. über neue exportkontrollrechtliche Bestimmungen im Zusammenhang mit dem BREXIT berichtet hat. Das Gesetzgebungsverfahren zum Sorgfaltspflichtengesetz (Lieferkettengesetz) ist auf nationaler Ebene zum Stillstand gekommen, da sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sich insbesondere bei Haftungsfragen weiterhin nicht einigen können. Hingegen nimmt das europäische Gesetzgebungsverfahren an Fahrt auf. Mit Sonderrundschreiben vom 20.01.2021 haben wir unsere Mitgliedsunternehmen eingeladen, an der EU-Konsultation teilzunehmen, um Einfluss auf die Ausgestaltung einer EU-Richtlinie oder EU-Verordnung zu nehmen. Zwecks Level-Playing-Field plädieren wir für eine EU-Verordnung, damit Auslegungsfragen einzelner EU-Staaten erst gar nicht aufkommen.



Besuchstermine auf Abstand bleiben möglich und sind in diesen Zeiten eine willkommene Abwechslung zu digitalen Meetings. Besonders dann, wenn es um tiefergehende Herausforderungen, wie z.B. um Finanzierungsfragen zum Afrikageschäft, geht.



Bleiben Sie gesund!

Andreas Mühlberg