Im Zuge der COVID-19-Pandemie haben zahlreiche Investoren die Pausentaste gedrückt. Weltweit sank das Investitionsvolumen im zurückliegenden Jahr um gut 40 %. Gleichsam verlief die Entwicklung bei den Investitionsgarantien. Das Volumen der vom Bund übernommenen Investitionsgarantien ging um gut zwei Drittel auf 0,9 Mrd. Euro (2019: 3,3 Mrd. Euro) zurück.

Gleichzeitig stieg die Nachfrage signifikant. Das Volumen neu beantragter Investitionsgarantien erreichte mit sieben Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Bei den Investitionsgarantien bewahrheitet sich somit das Sprichwort: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Vor allem die Bauindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Energiewirtschaft haben in den zurückliegenden Monaten die Investitionsbremse gelöst. Ein weiterer Grund für den Nachfrageschub ist die im Dezember von den Ressorts beschlossene stärkere Förderung von klimafreundlichen Investitionen in Erneuerbare-Energie-Projekte durch eine umfassende Absicherung von Zahlungsrisiken aus Stromabnahmeverträgen im Rahmen der sogenannten Zusagendeckung. Dies hat das Interesse nach Investitionsgarantien im Bereich der Erneuerbaren Energien weiter befeuert.

Doch noch ist die Krise nicht überwunden und es zeichnen sich neue Herausforderungen ab. Geopolitisch befindet sich die Weltwirtschaft weiterhin in äußerst rauer See. Gleichzeitig hat die aktuelle Krise eine intensive Diskussion darüber in Gang gebracht, inwieweit bestehenden Investitionsstrukturen noch zeitgemäß sind bzw. wie ihre Widerstandsfähigkeit im Falle einer erneuten globalen Krise gestärkt werden kann. Ob unterbrochene Lieferketten oder Reisebeschränkungen – die Pandemie hat die Anfälligkeit globaler Lieferketten schonungslos offengelegt.

Umso wichtiger sind in diesem Umfeld die Investitionsgarantien des Bundes. Mit ihrer Hilfe können deutsche Unternehmen ihre Direktinvestitionen wirksam gegen politische Risiken absichern. Was Investoren jedoch noch mehr schätzen, ist der diplomatische Geleitschutz, den die Garantien bieten. Von der Botschaft über das Ministerium bis zum Kanzleramt: Dank der Unterstützung der Politik kann rechtzeitig interveniert werden, um Schäden zu vermeiden. Mit den Mitteln der Diplomatie den Wind aus den Segeln nehmen – in rauer See oft der einzige Weg, um auf Kurs zu bleiben.

Quelle:
AGA-Report Nr. 319 / März 2021