Gestiegene Ölpreise und anhaltende Kapitalabflüsse aus Emerging Markets kennzeichnen in den Länder- und Branchenbewertungen von Coface das dritte Quartal 2018.

Der internationale Kreditversicherer hat unter anderem viele Branchen in der Türkei und Argentinien herabgestuft. Während sich die Risiken in Osteuropa und den GUS-Staaten verbessern, wurden Pakistan und Nicaragua auch wegen politischer Risiken herabgestuft.

In Argentinien und der Türkei verstärken sich die Währungskrisen. Beide Länder sind ohnehin geschwächt durch ihre Negativsalden und hängen von externer Finanzierung ab. Vor dem Hintergrund sich schnell verschärfender Kreditkonditionen hat Coface sechs Branchen in Argentinien herabgestuft. Sie sind besonders von der schwachen Konjunktur und Wirtschaftsaktivität - Coface rechnet mit einem Negativwachstum von -2,4 % in 2018 - betroffen. In „hohes Risiko“ sieht Coface nun Automobil, Transport, Papier und Chemie. Sogar in „sehr hohes Risiko“ eingestuft sind jetzt Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Textil.

Auch in der Türkei hat Coface eine Reihe von Branchen herabgestuft: Automobil, Papier und Holz hauptsächlich aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage in „hohes Risiko“ sowie den Energiesektor in „sehr hohes Risiko“. Die Energiebranchen sind wegen der hohen Investments besonders anfällig für Währungsrisiken. Die Herabstufung des Metallsektors in „sehr hohes Risiko“ begründet Coface unter anderem mit den Auswirkungen weiterer US-Maßnahmen gegen die Türkei.

Andere wichtigen aufstrebende Länder – Südafrika, Brasilien, Indien und Indonesien – sind besonders anfällig für Risiken, die mit Kapitalabflüssen aus dem Land einhergehen. Dabei kommen dieselben Faktoren wie in der Türkei und Argentinien zum Tragen: entwickelte Kapitalmärkte, Leistungsbilanzdefizite und schwierige politische Verhältnisse. Allerdings ist das Ansteckungsrisiko geringer, weil die „Dollarisierung“ weniger ausgeprägt ist und die Währungsreserven in diesen Ländern recht hoch sind.

Einige der kleineren Emerging Markets müssen nach Ansicht der Coface-Analysten ebenfalls beobachtet werden. In diesem Quartal hat Coface die Länderbewertungen von Pakistan und Nicaragua nach unten korrigiert. Beide sind jetzt in der "Kategorie D". Pakistan steht vor der Zahlungsunfähigkeit und erlebt eine harte Abwertung der Rupie. Nicaragua kommt nicht zur Ruhe und steckt weiter in einer politischen Krise.

Im Gegensatz dazu verbessern sich die Unternehmensrisiken in Osteuropa und den GUS-Staaten. Die Bewertung für Kroatien wurde um eine Note auf A4 angehoben. Das Land unterliegt nicht mehr den EU-Maßnahmen zur Defizitbegrenzung und profitiert von einer lebhaften Konsumnachfrage. Die Slowakei (jetzt in A2) verbucht weniger Unternehmensinsolvenzen (-27 % in 2017) und verstärkte Investitionen in die Automobilindustrie. Armenien wurde in die Kategorie C heraufgestuft. Das Land spürt die wirtschaftliche Erholung in Russland, wohin 25 % des armenischen Exports gehen.


Die Coface-Länderbewertungen für 160 Länder erfolgen auf einer achtstufigen Skala von A1 bis A4, B, C, D und E. Die Branchenbewertungen erfassen 13 Sektoren in 6 geografischen Regionen und 24 Ländern, die fast 85 Prozent des globalen BIP ausmachen. Die Einordnung folgt einer vierstufigen Skala: niedriges, mittleres, hohes und sehr hohes Risiko.

Die aktuellen Veränderungen sowie alle Länder und Branchen: www.coface.de 

 

Quelle und Kontakt:

Pressemeldung vom 10.10.18

Erich Hieronimus /
Pressesprecher / Kommunikation
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