Für die Umsetzung der Zollsenkungen ist die Kammer für Außenhandel des Ministeriums für Wirtschaft („Câmara de Comércio Exterior“) zuständig. Sie aktualisiert den Kreis der betroffenen Waren regelmäßig durch Einführung neuer und Annulierung bzw. Rücknahme bisher geltender Zollsenkungen.

Zuletzt hat sie mit den Verordnungen 131 und 132 vom 24.12.2020 die Einfuhrzölle für zahlreiche Kapitalgüter und IT-Produkte (Kapitel 84, 85 und 90 des Zolltarifs) bis zum 31.12.2021 von beispielsweise 8, 12, 14 oder 16 % auf 0 Prozent gesenkt. Die Maßnahmen gelten ausschließlich für Produkte, die nicht in Brasilien hergestellt werden können. Die Verordnungen traten am 31.12.2020 in Kraft.

Die Zollsenkungen sind in den brasilianischen Zolltarif als „Ex“-Tarifpositionen“ („Ex Tarifarios“) im Anschluss an die jeweilige Unterposition der gemeinsamen Nomenklatur des Mercosur integriert. Anträge auf Senkung des Einfuhrzolls müssen brasilianische Unternehmen oder Verbände an das Ministerium für Wirtschaft richten. Grundsätzlich dient die Maßnahme der Erhöhung technologischer Innovationen und gewährt dabei gleichzeitig der heimischen Industrie einen Schutz durch ausschließliche Berücksichtigung von Gütern ohne nationale Produktion.