BGA-Position / EU-Industrial Accelerator Act (IAA)
Mit dem geplanten Industrial Accelerator Act (IAA) will die EU-Kommission Investitionen beschleunigen und die Industriequote in Europa bis 2035 deutlich erhöhen. Das neue BGA-Positionspapier ordnet den Vorschlag ein und analysiert seine Auswirkungen auf internationale Lieferketten, Wettbewerbsfähigkeit und Handelspolitik. Das Papier zeigt, dass der IAA über ein klassisches Beschleunigungsgesetz hinausgeht: Neben schnelleren Genehmigungsverfahren und speziellen Beschleunigungszonen enthält der Entwurf auch industrie- und handelspolitische Instrumente wie „Made-in-EU“-Quoten in der öffentlichen Beschaffung, strengere CO₂-Vorgaben für Grundstoffe sowie erweiterte Investitionskontrollen. Damit steht der Vorschlag beispielhaft für eine stärker geostrategisch ausgerichtete europäische Industriepolitik.
Der BGA unterstützt das Ziel, Investitionen und Innovation in Europa zu stärken. Gleichzeitig weist das Papier auf Risiken hin: Zusätzliche Local-Content-Vorgaben, Nachweis- und Berichtspflichten könnten Bürokratie und Kosten erhöhen, internationale Beschaffungsmärkte einschränken und damit die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Industrien schwächen. Besonders betroffen wären internationale Lieferketten und die Rolle des Handels als Bindeglied zwischen globalen Beschaffungsmärkten und europäischer Industrie. Der BGA plädiert daher im Einklang mit dem AHV NRW für eine handelspolitisch kohärente Ausgestaltung. Resilienz sollte vor allem durch diversifizierte Lieferketten und offene Märkte erreicht werden. Local-Content-Vorgaben sollten – wenn überhaupt – nur eng begrenzt eingesetzt werden, Bürokratiebelastungen für Unternehmen müssen reduziert werden, und industriepolitische Maßnahmen sollten regelmäßig auf ihre Wirkung überprüft werden.
Wie geht es weiter?
Der Vorschlag wird jetzt das EU-Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Erste Diskussionen im Rat der EU sowie im Europäischen Parlament werden in den kommenden Monaten erwartet. Nach unserer Kenntnis wird der französische Renew-Abgeordnete Christopher Grudler Chefverhandler im Parlament, von ihm ist eine klare Unterstützung von „Union Origin“ zu erwarten. Parallel dazu stehen weitere industriepolitische Initiativen der Kommission an – insbesondere die noch für 2026 vorgesehene Revision der EU-Vergaberichtlinien, die eine zentrale Rolle bei der möglichen Einführung von Resilienz- und „European Preference“-Kriterien spielen dürfte. Ein realistisches Zeitfenster für die Umsetzung wird nach heutigem Stand auf 2029–2031 geschätzt
Das BGA-Positionspapier finden Sie hier.
Weitere Hintergrundinformationen der EU zum Industrial Accelerator Act (IAA) finden Sie hier.
Quelle:
BGA-Meldung vom 19.03.2026
EU-Kommission



