Versand (E_DEP_DAT): Anmeldung von Ausgangszollstellen im Versandverfahren

Aufgrund mehrerer Ticketanfragen wird mit der ATLAS-Info 0518/23 vom 06.10.2023 auf Folgendes hingewiesen:

Mit ATLAS Release 9.1 ist es möglich, in einer Versandanmeldung die Sicherheitsdaten (Daten der summarischen Ausgangsanmeldung) anzugeben. Damit erfolgt die Vorabanmeldung mittels Versandanmeldung und es ist keine weitere Vorabanmeldung, z.B. in Form einer summarischen Ausgangsanmeldung (ASumA), abzugeben.

Im Feld „Sicherheit“ ist dann der Code „2“ („Enthält die Daten einer summarischen Ausgangsanmeldung“) oder „3“ („Enthält die Daten sowohl einer summarischen Eingangs- als auch Ausgangsanmeldung“) anzugeben; nicht zu verwechseln mit dem Feld „Art der Sicherheitsleistung“ in der Gruppe „Sicherheiten“.  

Die Abgabe einer Vorabanmeldung (z.B. mittels einer Versandanmeldung mit Sicherheitsdaten (Code „2“ oder „3“) oder mittels einer ASumA) ist grundsätzlich immer erforderlich, wenn Waren aus dem Zollgebiet der Union verbracht werden sollen. Nicht erforderlich ist die Abgabe einer Vorabanmeldung u.a., wenn entsprechende Abkommen geschlossen wurden. Dies ist bei der Schweiz, Norwegen und Andorra der Fall. Man spricht bei den Zollgebieten der Union, der Schweiz (inkl. Liechtenstein) und Norwegens auch von der „Europäischen Sicherheitszone“(Ländercodes in der Codeliste C0147).

Nur wenn in einer Versandanmeldung die Sicherheitsdaten (Code „2“ oder „3“) angegeben werden, ist die Angabe der „Ausgangszollstelle im Versandverfahren“ (VAZSt) erforderlich und auch nur dann zulässig. (Zurzeit gilt dies auch für das TIR-Verfahren, mehr dazu im folgenden Abschnitt.) Alle gültigen VAZSt des NCTS sind in der Codeliste C0175 erfasst.

Trotz Namensähnlichkeit handelt es sich bei der „Ausgangszollstelle im Versandverfahren“ (VAZSt) nicht um die aus dem Ausfuhrverfahren bekannte „Ausgangszollstelle“. Letztere ist im Ausfuhrverfahren die Zollstelle an der Außengrenze des Zollgebietes der Union, an der die Waren ausgangsbestätigt werden.

Die VAZSt überprüft als letzte Zollstelle der o.g. Sicherheitszone anhand der Sicherheitsdaten, ob Waren im Versandverfahren die Sicherheitszone verlassen dürfen, z.B. in Calais  (Frankreich) für Versandvorgänge in/durch das Vereinigte Königreich (hier: ohne Nordirland), oder in Kapitan Andreewo (Bulgarien) für Versandvorgänge in/durch die Türkei.

Dafür erhält sie (ebenso wie eine Durchgangszollstelle oder die Bestimmungszollstelle) den Datensatz der Versandanmeldung zum Zeitpunkt der Überlassung.

Die Möglichkeit, die Daten der Versandanmeldung (inklusive der Sicherheitsdaten) an eine VAZSt zu senden, besteht allerdings erst, wenn dasentsprechende Land seine nationale Versandanwendung auf die NCTS-Phase 5 umgestellt hat, da der Datensatz vorher nicht an diese übermittelt werden kann. ATLAS Versand wurde mit dem Release 9.1 auf die NCTS-Phase 5 umgestellt, jedoch wurden noch nicht alle nationalen Versandanwendungen der an NCTS beteiligten Länder umgestellt.

Weitere Infos sind der ATLAS-Info 0518/23 vom 06.10.2023 zu entnehmen.

Quelle: Teilnehmerinformation, www.zoll.de