In einem Update zur aktuellen Situation in der Seefracht berichtet der BGA über steigende Corona-Fallzahlen rund um die südchinesische Metropole Shenzhen und daraus resultierende starke Abfertigungsengpässe in den Häfen Yantian und Shekou sowie in Nansha (im benachbarten Guangzhou).

Reedereien wie Hapag-Lloyd oder Maersk haben bereits zahlreiche Schiffe umgeleitet und fahren die betroffenen Häfen nicht mehr an. Mehrere Terminals im Hafen von Yantian sind geschlossen. Containerschiffe müssen auf benachbarte Häfen ausweichen, die mit der hohen Last nicht zurechtkommen. Container, die in den geschlossenen Terminals lagern, dürfen für mindestens zwei Wochen nicht bewegt werden. Maersk spricht in einer Pressemitteilung von einer 16-tägigen Verzögerung.

Auswirkungen werden auch in den nordeuropäischen Häfen wie Hamburg oder Rotterdam zu spüren sein. Aufgrund langer Abfertigungszeiten im Hamburger Hafen (u.a. wegen Streiks) war Maersk bereits vor einigen Tagen auf die Häfen in Bremerhaven und Wilhelmshaven ausgewichen. Dies hat bei den Frachtnutzern zu Mehrkosten und veränderten Abläufen geführt.

Die Lieferketten haben sich auch von der Havarie im Suezkanal und den ohnehin aus den Fugen geratenen Fahrplänen durch die Pandemie noch nicht erholt. Die neuesten Verzögerungen verschlimmern die Situation weiter.

Betroffene Unternehmen sollten in engem Austausch mit den Reedereien bzw. ihren Transportdienstleistern bleiben. Maersk hat u.a. angekündigt, an einem Notfallplan zu arbeiten.

Wie sich die Situation entwickeln wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Hinweise zu Verzögerungen nehmen wir gerne entgegen, um ein klareres Bild über die aktuelle Lage gewinnen zu können.

Zum Thema der Fahrplanzuverlässigkeit verweisen wir im übrigen auf eine Pressemeldung von Hapag Lloyd vom 10.06.2021.

Der BGA hat die massiven Probleme in der internationalen Seefracht in einem Schreiben von BGA-Präsident Börner an Bundeswirtschaftsminister Altmaier vom gestrigen Tag erneut aufgegriffen und dabei insbesondere auch die Problematik einer vielfach zu beobachtenden Vertragsmissachtung und Ausnutzung einer marktbeherrschenden Position durch Reedereien thematisiert.